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Research Matters 03/2026
Forschungszentrum

Die Wertpapierleihe des Eurosystems wirkt: Günstigere Konditionen bringen mehr Staatsanleihen in Umlauf und verbessern die Liquidität an den Finanzmärkten. Die Ankaufprogramme des Eurosystems haben das frei verfügbare Angebot an Staatsanleihen reduziert. Da diese häufig als Sicherheiten in Repo-Geschäften dienen, können Knappheiten entstehen. Zentralbanken wirken dem entgegen, indem sie Papiere aus ihren Beständen verleihen. In ihrem Beitrag im Review of Finance sowie in einem SUERF Policy Brief zeigen Stefan Greppmair und Stephan Jank anhand der Reduzierung der Leihgebühren im Jahr 2020, dass attraktivere Leihkonditionen die Sicherheitenknappheit mindern, Repo-Spreads senken und die Liquidität am Anleihenmarkt verbessern, ohne private Marktaktivität zu verdrängen. 

» Collateral scarcity and market functioning: Insights from the Eurosystem securities lending facilities

Stefan Greppmair, Stephan Jank

2026 | Review of Finance

» Collateral scarcity and market functioning: Insights from the Eurosystem securities lending facilities

Stefan Greppmair, Stephan Jank

2024 | SUERF Policy Brief, No. 851

 

Markteintritte von Unternehmen und neue Produkte können zu einem positiven und zeitvariablen optimalen Inflationsziel führen. In ihrem Diskussionspapier zeigen Klaus Adam und Henning Weber, dass Unternehmens- und Produktfluktuation die Inflationsdynamik und damit die optimale Geldpolitik grundlegend prägen. Ihr Modell unterscheidet verschiedene Arten von Angebotsschocks, die wahlweise das Produktivitätswachstum von neuen Firmen oder von etablierten Firmen verändern, und zeigt, dass Zentralbanken bestimmte Angebotsschocks „durchlaufen lassen“ sollten, ohne die Zinsen anzupassen. Zugleich können bestimmte Angebotsschocks auf Inflation und Output genauso wirken wie Nachfrageschocks, sodass beide Schocks in einer empirischen Analyse schwierig voneinander zu trennen sind. 

› Monetary policy and supply-side turnover

Klaus Adam, Henning Weber

09.02.2026 | Discussion Paper 04/2026

 

Geldpolitik hat einen entscheidenden Einfluss auf Finanzzyklen. Seit der Finanzkrise 2008 haben Finanzzyklen, also mittel- bis längerfristige Schwankungen bei der Kreditvergabe und den Vermögenspreisen, in der wirtschaftspolitischen Debatte vermehrt an Bedeutung gewonnen. Martin Kliem und Norbert Metiu zeigen in einem aktuellen SUERF Policy Brief, dass die Geldpolitik historisch maßgeblich zur Ausbildung dieser Finanzzyklen beigetragen hat. Das dazugehörige Diskussionspapier verdeutlicht, dass Zentralbanken die Volatilität auf den Finanzmärkten gezielt verringern können, jedoch müssen dabei mögliche Zielkonflikte, etwa hinsichtlich der Preisstabilität, berücksichtigt werden.

» Shaping the financial cycle through monetary policy

Martin Kliem, Norbert Metiu

2026 | SUERF Policy Brief, No. 1397

› Shaping the financial cycle through monetary policy

Martin Kliem, Norbert Metiu

26.11.2025 | Discussion Paper 33/2025

 

Grafik des Monats

Kumulierte abnormale Renditen der Versuchs- und Kontrollgruppe um den Tag der Bekanntgabe der Einigung (13. Dezember 2022)

Die Grafik zeigt die Kapitalmarktreaktion auf den Abschluss der EU-Trilog-Verhandlungen zum CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) am 13. Dezember 2022. Unternehmen mit Sitz in der EU, die betroffene Zulieferer außerhalb der EU haben, verzeichneten gegenüber der Kontrollgruppe einen durchschnittlichen Rückgang der Aktienkurse um 1,3 Prozentpunkte. Eine neue empirische Analyse liefert kausale Evidenz dafür, dass die mit dem CBAM einhergehenden Änderungen in der CO₂-Bepreisung der EU messbare negative Auswirkungen auf die Finanzlage regulierter Unternehmen haben.

Climate policy is costly for firms: Evidence from the EU Carbon Border Adjustment Mechanism
82nd edition – March 2026 
27.03.2026 | Research Brief | Mengjie Shi, Yupu Zhang, Christoph Meinerding

› The impact of climate policies on financial markets: Evidence from the EU Carbon Border Adjustment Mechanism

Mengjie Shi, Yupu Zhang, Christoph Meinerding

06.06.2025 | Discussion Paper 14/2025

 

Event des Monats: Joint Bundesbank/CEPR Spring Conference: 11th European Workshop on Household Finance 

Joint Bundesbank/CEPR Spring Conference: 11th European Workshop on Household Finance

Foto: Marcus Kaufhold

Die diesjährige Frühjahrskonferenz der Bundesbank und des CEPR (6.- 8. Mai 2026 in Eltville) widmete sich dem Thema „Household Finance“. Die wissenschaftlichen Vorträge behandelten u.a. Altersvorsorge, Vermögensmobilität, finanzielle Bildung und Erwartungen von Haushalten. Vorstandsmitglied Fritzi Köhler-Geib diskutierte im Panel mit Christine Laudenbach (SAFE), Peter Oertmann (Ultramarin GmbH/TU München) und Michael Haliassos (IMFS) über KI-basierte Finanzberatung. Die Diskussion zeigte, dass KI-gestützte Finanzberatung den Beratungszugang demokratisieren kann, jedoch Risiken birgt – etwa, indem sie bestehende Verzerrungen in den zugrunde liegenden Daten übernimmt. Hybride Mensch-KI-Modelle gelten daher am vielversprechendsten.

› Joint Spring Conference 2026: 11th European Workshop on Household Finance

Deutsche Bundesbank and CEPR

06.05.2026 – 08.05.2026 | Eltville am Rhein

Bundesbank Forschungszentrum

Wilhelm-Epstein-Straße 14 | 60431 Frankfurt am Main
E-Mail: researchcentre@bundesbank.de | Telefon: +49 69 9566-0

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