Premiere: Research Matters 01/2026 Bundesbank Forschungszentrum
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Liebe Kollegin, lieber Kollege,
wir freuen uns sehr, Ihnen und Euch den ersten Newsletter „Research Matters“ des Forschungszentrums zuzusenden.
Die Idee ist, hierin monatlich drei ausgewählte Ergebnisse aus unserer aktuellen Forschung, die Grafik des Monats und die Highlights aus unserem Veranstaltungskalender vorzustellen.
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Herzliche Grüße
Fritzi Köhler-Geib und Falko Fecht
Wenn die haupterwerbstätige Person eines Haushalts ihren Job verliert oder reale Einkommenseinbußen erleidet, steigt häufig die zweite Person in den Arbeitsmarkt ein oder weitet ihre Arbeitszeit aus. Dieser „Added-Worker-Effekt“ wirkt wie eine Absicherung gegen wirtschaftliche Schocks. Wie das Diskussionspapier „Monetary policy and the added worker effect“ von John Leahy (University of Michigan und NBER) und Tereza Ranošová (Forschungszentrum) zeigt, tritt dieser Effekt auch bei geldpolitisch ausgelösten Schocks auf und schwächt damit die Wirkung geldpolitischer Maßnahmen auf die Gesamtwirtschaft.
Persönlich erlebte Energiepreisanstiege erhöhen deutlich die Inflationserwartungen von Haushalten. Wer etwa einen neuen Gasvertrag abschließt, nimmt aktuelle Preisentwicklungen markanter wahr und passt seine allgemeinen Inflationserwartungen stärker hieran an als Haushalte mit länger laufenden Verträgen. Unternehmen erhöhen bei akuten Energiepreisanstiegen dagegen vor allem ihre eigenen Preise, ohne ihre Inflationserwartungen entsprechend anzupassen. Das zeigt das im „Journal of Political Economy: Macroeconomics“ erscheinende Forschungspapier „Energy Prices and Inflation Expectations: Evidence from Households and Firms“ von Nils Wehrhöfer (Forschungszentrum), basierend auf Daten aus den bankeigenen Befragungen „BOP-HH“ und „BOP-F“.
2024 | VoxEU article.
Sanktionen verstärken die Folgen geopolitischer Schocks in den betroffenen Ländern und zeigen damit die erwünschte Wirkung. Wie Vivien Lewis und Sirikorn Puangjit (beide Forschungszentrum) in einer SUERF-Kolumne unter dem Titel „A simple model of geopolitical risk and sanctions“ zeigen, treiben Sanktionen bei geopolitischen Spannungen die Importpreise und damit die Inflation nach oben. Zentralbanken in sanktionierten Ländern wie Russland stehen dadurch vor einem Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstabilisierung. Im Fall Russlands reagierte die Geldpolitik eher akkommodierend und nahm höhere Inflation in Kauf. Die Studie erschien zuvor als Bundesbank-Diskussionspapier.
2026 | SUERF Policy Brief No. 1353
Grafik des Monats
Siehe Anhang
Bislang bewertet nur ein begrenzter Teil der Unternehmen die Auswirkungen von KI auf den Umsatz je Beschäftigten als positiv. Für die Zukunft erwarten jedoch deutlich mehr Unternehmen entsprechende Zugewinne.
Event Highlight: Stable Coins Workshop
Der „Workshop on Stable Coins and Crypto Assets” des Forschungszentrums am 11. Dezember 2025 im „Signaris“-Gebäude in der Frankfurter Innenstadt widmete sich zentralen Herausforderungen und dem Potenzial der preisgebundenen Kryptowährungen. Vorstandsmitglied Fritzi Köhler-Geib diskutierte im hybriden Panel mit ihrer Vorstandskollegin Agnès Bénassy-Quéré von der Banque de France, dem Ökonomen Iñaki Aldasoro von der BIZ, Peter Bofinger von der Universität Würzburg und der Ökonomin Francesca Carapella vom Board of Governors des Federal Reserve System über mögliche Auswirkungen auf die Finanzstabilität, Implikationen für die Geldpolitik und die Notwendigkeit klarer rechtlicher Rahmenbedingungen. Die Fachvorträge der Experten Aldasoro, Bofinger und Carapella wurden um Präsentationen der Bundesbank-Ökonomen Kartik Anand, Forschungszentrum, und Silvio Petriconi, ZB Digitaler Euro, ergänzt. Die Veranstaltung hat lebhafte Diskussionen ermöglicht und zur analytisch starken Positionierung der Bundesbank auf dem komplexen und dynamischen Themengebiet beigetragen.